Ein universelles Thermometer

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Das carnotsche Thermometer besteht aus einer carnotschen Wärmekraftmaschine, deren thermischer Wirkungsgrad unabhängig von der enthaltenen Substanz sein soll, in Verbindung mit zwei isothermen Wärme-Reservoiren.

Das thermische Potential bzw. die „Thermodynamische Temperatur“ beliebiger Systeme sei durch die beiden „Wärmen“ bestimmt, die infolge eines Arbeitszyklus der Wärmekraftmaschine an den Wärme-Reservoiren anfallen. Dies ist aus mehreren Gründen physikalisch abwegig:

Der erforderliche Beweis, dass der thermische Wirkungsgrad einer carnotschen Wärmekraftmaschine substanzunabhängig sei, scheitert an der Unbeweisbarkeit des „Zweiten Hauptsatzes“, der in den Beweis als „wahr“ eingehen muss.
Das carnotsche Thermometer beruht auf der spekulativen Existenz reiner Entropie-Reservoire, die mit beliebigen Systemen ein thermisches Gleichgewicht eingehen können.
Eine „Wärme“, die mit der isothermen Änderung eines reinen Entropie-Inventars verbunden ist, kann auch nur allein aus der Änderung der Entropie bestimmt werden. Das man diese so schlecht zu kennen glaubt, dass ihre direkte Messung gar nicht erst versucht wird, hat man sich damit eine gänzlich unbelastbare Sollbruchstelle in den Beweisgang eingebaut.
Bleibt dies unbemerkt, dann lässt sich auch die implizit eingeflossene und dabei unbegründet gebliebene Annahme schadlos aufrechterhalten, dass Entropie eine Erhaltungsgröße sei.

Mithin gibt es kein Gerät, das die gefragte intensive Größe per se korrekt darstellt bzw. berechnet. Das ist der entscheidende Grund, warum eine „Internationale Temperaturskala“ (ITS-90) vereinbart wurde, um die Skala der Thermodynamischen Temperatur mit Hilfe spezieller Thermometer zu errichten, die bestimmte Normalenwerte auf bestimmte Weise zu interpolieren haben.