Mol

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„Die Basisgröße Stoffmenge würden wir nicht brauchen“, stellte Walter J. Moore in seinem Standardwerk zur Physikalischen Chemie [1990, 4] fest, „wenn wir uns nur mit dem Studium der Physik befassten“. Damit scheint der Autor dem Charme jener physikalischen Disziplinen verfallen zu sein, die den stofflichen Aspekt von Materie programmatisch ignorieren können – Mechanik, Elektrodynamik, Relativitätstheorie.

Wärmelehre (Thermodynamik bzw. Materialtheorie), Festkörperphysik (indirekt), Physikalische Chemie einschließlich Kernphysik und Astrophysik bauen dagegen elementar auf der Existenz ineinander umwandelbarer Stoffkomponenten auf: Indem das Vorher und das Nachher mit der physikalischen Größe Stoffmenge bemessen wird, kann ein Bezug zu anderen physikalischen Größen hergestellt werden, die sich durch die Umwandlung ebenfalls geändert haben.

Die Methoden zur Messung der Stoffmenge haben paradigmatischen Charakter für die Bestimmung der Extension mengenartiger Größen. Würde die Definition der Einheit von einem Referenzobjekt gelöst und dafür an ihre Quanten gebunden, wäre dies vorbildlich für die Definition aller anderen Mengengrößen.

Die Einheit der Stoffmenge ist tatsächlich das jüngste Mitglied des Internationalen Einheitensystems (SI). Durch diese Zugehörigkeit wurden auch präzise Methoden entwickelt, um die Stoffquantendichte in Kristallen zu bestimmen, woraus sich entsprechend genaue Arbeitsnormale für die Stoffmenge, aber eventuell auch für das Kilogramm ableiten.