Definitionsvarianten

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Die Geburt des Meters beruhte auf der Idee, eine Vorschrift zu entwickeln, die es jedermann erlaubte, mit den verfügbaren Mitteln eine Längeneinheit zu erstellen. Gewiss war die Messung des Meridianquadranten nicht jedermann möglich, aber offensichtlich wurde dies von allen entwickelten Nationen erwartet. Dennoch verfehlte man das ursprüngliche Ziel, weil die Erdgeometrie zu unvollkommen war, um mit „nationalen“ Meridianquadranten ausreichend ähnliche Längeneinheiten erzeugen zu können. So war man letztlich wieder – ganz „Dialektik der Aufklärung“ – auf ein willkürliches Urmaaß zurückgeworfen, dem sich alle Sekundärnormale der Welt unterordnen mussten

Als 1960 die Einheit der Länge dann über die Wellenlänge desjenigen Lichts, das bei einer bestimmten Zustandsänderung im Kern eines Kryptonatoms entsteht, definiert wurde, hatte man das ursprüngliche Ideal – örtlich und zeitlich unabhängige Darstellung einer physikalischen Einheit – endlich verwirklichen können, auch wenn die Verwendung eines solch spezifischen Systems weiterhin als unbefriedigend empfunden wurde.

Seit 1983 wird die Einheit der Länge aus einer universellen Beziehung zur Einheit der Zeit abgeleitet: Das Verhältnis zwischen einer Strecke und der Zeit, die Licht zum Durcheilen dieser Strecke benötigt, ist unter allen Umständen konstant. Damit ergibt sich die Einheit der Länge als Produkt aus der Einheit der Zeit und der Einheit der universellen Konstanten. Hier müssen zwei Varianten unterschieden werden:

Die universelle Konstante wird einheitenlos angesetzt: [l]=[t]
Die universelle Konstante wird mit einer Einheit angesetzt: [l]=[c]·[t]

Da die Struktur der materiellen Welt uns wesentlich dadurch bestimmt zu sein scheint, dass Verhältnisse zwischen einer Strecke und derjenigen Zeit, die beliebige Körper zum Durcheilen dieser Strecke benötigen, keinen universellen Wert haben, ist die Verwendung einer Einheit der Länge mit eigener Dimension sinnvoll. Dies wird sichergestellt, indem die Lichtgeschwindigkeit ihre Dimension „Meter/Sekunde“ aus der Ära beibehält, in der sie gemessen wurde.

Es bleibt noch festzustellen, dass die Mechanik zwei Größen benötigt, um das mechanische Potential, die Transportgeschwindigkeit zu beziffern, während dies bei den anderen Energieformen auf der Angabe dreier Größen beruht.