Die Urkilogramme

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Am 7. April 1795 wurde in Frankreich das „Grammes“ als dasjenige Gewicht von Wasser bestimmt, welches bei der Temperatur schmelzenden Wassers einen Würfel mit der Kantenlänge eines hundertstel Meter einnimmt. Das Konzept, das Gewicht bzw. die Masse auf ein definiertes Volumen von Wasser zu beziehen, stammte ursprünglich von dem englischen Philosophen John Wilkins.

In der Zwischenzeit wurde die temperaturbezogene Randbedingung der Definition in Frage gestellt, da sich die Temperatur höchster Dichte bei 4 °C (Anomalie des Wassers) als stabiler und praktikabler erwies als die des Schmelzpunktes von Wasser. So wurde 1799 ein Kilogramm-Prototyp aus Platin gefertigt, der bestmöglich die Masse eine Liter Wassers bei 4 °C repräsentierte. Dieser Prototyp wurde dem republikanischen Archiv vorgestellt und am 10. December 1799 als „Kilogramme des Archives“ anerkannt. Für die nächsen 90 Jahre stellte er den weltweiten Standard für das Gewicht bzw. die Masse dar.

Bereits 1879 hatte man drei Kopien des „Kilogramme des Archives“ aus einer 90Pt-10Ir-Legierung hergestellt. 1883 wurde festgestellt, dass zwischen der dritten Kopie KIII und dem „Kilogramme des Archives“ keine Unterschiede in der Masse festgestellt werden konnten. Dieses Exemplar wurde dann auf der 1. CGPM im Jahre 1889 als „Internationaler Kilogrammprototyp“ (IPK) ratifiziert und wird seitdem in einem Tresor des Internationalen Büros für Maß und Gewicht (BIPM) in Sèvres bei Paris aufbewahrt.

Neben diesem Internationalen Kilogrammprototyp verfügt das BIPM heutzutage über 84 Kopien des Internationalen Kilogrammprototyps, die als Referenznormale der Kontrolle der IPK und als Arbeitsnormale dem Anschluss der nationalen Kilogrammprototype dienen.