Kelvin

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Noch tritt das „Kelvin“ als SI-Einheit der „Thermodynamische Temperatur“ auf, jener physikalischen Größe, die das thermische Potential eines beliebigen Systems bemessen soll und damit zur Entropie energiekonjugiert auftritt.

Tatsächlich müssen neben der SI-Einheit die Werte einer Vielzahl weiterer Zustände festgelegt werden, weil die Wärmelehre – in Ermangelung einer praktischen Theorie des thermischen Potentials – keine derartigen Prognosen macht. Dies geschieht durch die Vereinbarung einer „Internationalen Temperaturskala“ (ITS-90). Ob das damit vereinbarte Wertespektrum mit dem thermischen Potential vereinbar ist oder nicht bleibt ungeklärt. Dass die Weltgemeinde diese Werte trotzdem benutzt, legt Zeugnis von dem Bedürfnis nach einer gemeinsamen Temperaturskala ab.

Zukünftig soll das „Kelvin“ aus dem Verhältnis einer bestimmten Änderung der Inneren Energie eines Idealen Gases (die theoretisch direkt proportional zur Temperaturfunktion des Idealen Gases ist) und der boltzmannschen Konstante abgeleitet werden. Das Kapitel „Vorhersage der Werte des thermischen Potentials“ in der Geschichte des Internationalen Einheitensystems (SI) ist damit jedoch nicht beendet, da die Resolution 1 der 24.Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CPGM) feststellt, dass „das Kelvin weiterhin die Einheit der Thermodynamischen Temperatur“ sein solle [Draft Resolution A, Seite 3].

Sollte die Wärmelehre erkennen, dass ihre Aufgabe nicht darin besteht, vornehmlich eine Theorie des Universellen Thermischen Potentials zu ersinnen, sondern darin, „Wärmestoff“ messbar zu machen, kämen neue Aufgaben auf die Hüterinnen der Einheiten zu, insbesondere die Festlegung einer Basis-Einheit für die neue Basisgröße Entropie. Auch die Fundierung einer verbindlichen Temperatur durch Bestimmung der Lichtgaskonstanten gehörte dazu.