Entstehung des SI

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Jahr

Auswahl wesentlicher Ereignisse und Beschlüsse

1793

Am 1. August führt der französische Nationalkonvent dezimalmetrische Einheiten für die Länge und das Gewicht als gesetzlich vorgeschriebene Maße ein. Die Einheit der Länge soll den zehnmillionsten Teil der Strecke vom Pol zum Äquator betragen und wird vorerst mit einem provisorischen Wert von 443,440 Pariser Linien bestimmt. 1795 wird ein erster Urmeter in Messing gegossen.

1799

Nach Abschluss der dafür beschlossenen Meridianvermessung wird ein zweiter Urmeter aus Platin hergestellt und zusammen mit einem Urkilogramm, das auf einer geometrisch bestimmten Portion Wassers beruht, archiviert. Am 10. Dezember wird das dezimalmetrische zum alleingültigen Maßsystem des Landes erklärt.

1870

Frankreichs Einheitensystem wird auch von anderen europäischen Staaten genutzt. Ab 1867 forcieren Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern die Errichtung einer internationalen Organisation für die Festlegung von „Maaßen und Gewichten“. 1870 kommt es zur Bildung der Internationalen Meterkommission in Paris, deren Arbeit jedoch vom Deutsch-Französischen Krieg unterbrochen wird.

1875

Die „Meterkonvention“ wird von 17 Staaten unterzeichnet. Dabei wird eine Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) sowie das Internationale Maß- und Gewichtsbüro (BIPM) etabliert. Diese beiden Institutionen sind bis heute für die internationale Standardisierung des SI zuständig.

1878

Die Meterkonvention beinhaltet auch den Beschluss, einen neuen internationalen Prototyp für die Masse herzustellen. Dazu werden drei Varianten aus 90Pt-10Ir-Legierung hergestellt und mit dem Urkilogramm verglichen. Im Rahmen der Messgenauigkeit kommt die Variante KIII dem Urkilogramm am nächsten, und so wird KIII 1883 als Internationaler Kilogrammprototyp (IPK) festgelegt.

1889

Auf der ersten Generalkonferenz (CGPM) wird das MKS-Einheitensystem mit den drei Basiseinheiten Meter (m), Kilogramm (kg) und Sekunde (s) eingeführt. Insbesondere wurde das (zweite) Urmeter durch einen neuen Meterprototypen aus einer 90Pt-10Ir-Legierung ersetzt.

1948

Die Einheiten für Ampere, bar, Coulomb, Farad, Henry, Joule, Newton, Ohm, Volt, Watt, Weber werden definiert. Mit der Definition des Joule fällt die Kalorie aus der Obhut der Meterkonvention.

1954

Zwar wird bereits 1939 die Erweiterung des MKS-Systems um eine vierte Basiseinheit, das Ampere (A), vorgeschlagen, wodurch der Begriff MKSA-System entsteht. Die Basiseinheit Ampere (A) kommt jedoch erst auf der 10. CGPM offiziell zum MKS-System hinzu, gemeinsam mit der Basiseinheit für die thermodynamische Temperatur, die zunächst als Grad Kelvin (°K) bezeichnet wird, sowie die Candela (cd).

1960

Auf der 11. CGPM wird der Meter in Abhängigkeit von der Wellenlänge des Lichts definiert und das erweiterte MKS-System als „Système International d’Unités (SI)“ bzw. Internationales Einheitensystem benannt. Seitdem spricht man von SI-Einheiten. Weiterhin löst die Ephemeridensekunde die Sonnensekunde als Einheit der Zeit ab.

1967

Auf der 13. CGPM wird die Sekunde neu definiert als das 9 192 631 770-fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung.

1971

Auf der 14. CGPM kommt schließlich die siebte und bis heute letzte Basiseinheit, das Mol (mol) hinzu und wird an die 6. Stelle zwischen Kelvin und Candela eingeordnet.

1983

Auf der 17. CGPM wird der Meter als die Strecke neu definiert, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1 / 299 792 458 Sekunden zurücklegt. Die ursprüngliche Länge wird dabei nicht verändert.

2000

Der internationale Tag des Messens wird erstmals gefeiert (jeweils am 20. Mai, dem Tag an dem 1875 die Meterkonvention unterzeichnet wurde), um auf die Bedeutung des Messwesens für Wirtschaft und Gesellschaft hinzuweisen.

2011

Von der 24. CGPM im Oktober werden Beschlüsse zur zukünftigen Definition der SI-Einheiten Kilogramm, Ampere, Kelvin und Mol erwartet.

Tabelle 9.1: Die Entstehung und Entwicklung des SI aus Beschlüssen der Meterkonvention.