Internationales Ampere

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Aus mehreren Gründen steht die Einheit der Stromstärke und nicht die Einheit der elektrischen Ladung im Mittelpunkt:

Während sich mit elektrischem Strom magnetische, chemische und thermische Wirkung entfalten lässt, macht sich elektrische Ladung nur über coulombsche Kräfte bemerkbar.
Die Stromstärke lässt sich besser regeln als eine Ladungsmenge.

Die internationale Gemeinschaft der Elektrotechniker hatte sich 1908 endgültig darauf geeinigt, die Einheit des elektrischen Stroms über seine elektrolytische Wirkung zu definieren:

Ein internationales Ampere scheidet aus einer wässrigen Silbernitralösung in einer Sekunde 1,118 mg metallisches Silber ab.

Eigentlich stützte man sich damit auf das faradaysche Gesetz, welches abgeschiedene Stoffmenge und dabei umgesetzte Ladungsmenge aufeinander bezieht. Entsprechend gibt die faradaysche Konstante das Verhältnis aus elektrischer und stofflicher Elementarmenge wieder.

Wenige Jahre zuvor war über ein Modell der brownschen Bewegung erstmals die Quantisierung des Stoffs nachgewiesen und ein Näherungswert für seine Quantennormaldichte bestimmt worden. Das eröffnete die Möglichkeit, über das faradaysche Gesetz auch die Quantennormaldichte der Ladung abzuleiten, somit einen Zuammenhang zwischen Ampere und Anzahl der geflossenen Ladungsträger herzustellen und auf diese Weise letztlich einen Näherungswert für die Elementarladung zu erhalten.

Die Vorstellung einer Elementarmenge der elektrischen Ladung setzte sich jedoch erst durch, nachdem „Elektronen“ indirekt sichtbar gemacht und ihre identische Ladung nachgewiesen werden konnte.