Das hinderliche Erbe der Mechanik

  Vorangehende Seite Nächste Seite Für die Druckfunktion wird JavaScript benötigt!  

 

Kurzfassung

0000_kapitel_auf

Die Mechanik hütet Raum und Zeit und damit auch unsere Erlebniswelt. Sie entwickelt den Begriff des Bewegungszustandes und seiner Änderung und ringt um Kraftfelder, aus denen sich eine zeitliche Abfolge von Bewegungszuständen (1. Schritt) und eine Bahnkurve (2. Schritt) ableiten lässt

0000_kapitel_auf

Die einzig „sichtbare“ Menge bzw. extensive Größe in der Mechanik ist der Impuls. Es gibt weitere Mengen (im Zusammenhang mit Gravitation, Rückstellkräften etc.), die als solche keine Berücksichtigung finden müssen, weil sie offenbar nur die Impulsverteilung beeinflussen und sich darüber stets indirekt bestimmen lassen.

0000_kapitel_auf

Die Wärmelehre dagegen hütet unterschiedslos alle Mengen bzw. extensiven Größen und ringt um ihre energiekonjugierten intensiven Größen, damit sich Zustandsmengen erstellen lassen.

0000_kapitel_auf

Im Unterschied zur Mechanik kennt die Wärmelehre keine Zeit, die eine Folge von Zuständen auseinander hervorgehen lässt. Strenger noch: Der damit verbundene dynamische Aspekt ist der Wärmelehre wesensfremd.

0000_kapitel_auf

Wer jedoch eine Menge zusammenhängender Zustände als „reversiblen Prozess“ (= zeitlich parametrisierbare Zustandsfolge) interpretiert, erliegt auch leicht der Verlockung, den Unterschied im Inventar zweier Zustände aus dieser Zustandsmenge als einen ursächlichen „Strom“ aufzufassen, der in der Umgebung zu verzeichnen und dort auch zu bemessen sei.

0000_kapitel_auf

Unglücklicherweise etablierte sich auf diese Weise der Wärmestrom in der Wärmelehre, obwohl gar kein Strom betrachtet wird, sondern der Unterschied im Entropie-Inventar zweier Zustände, aus dem sich eine „Wärme“ ergibt, indem er mit dem thermischen Potential gewichtet wird.

0000_kapitel_auf

Die Auffassung eines thermischen Pensums als Wärmestrom hat verhindert, dass die Rolle isothermer Wärmereservoire bei der Darstellung des thermischen Potentials mit Hilfe des „Zweiten Hauptsatzes“ kritisch beleuchtet wird. Sonst hätte man gemerkt, dass damit die Existenz reiner Entropie-Reservoire verlangt wird, ohne eine Ahnung zu haben, ob die Substanz von Entropie dies überhaupt zulässt und wie eigentlich ihre Energiebilanz zu erstellen ist.