Zeitquant

  Vorangehende Seite Nächste Seite Für die Druckfunktion wird JavaScript benötigt!  

Eine Zeitmessung steht und fällt damit, dass aufeinanderfolgende Zyklen des verwendeten Maßstabs, also der Uhr, von identischer Dauer sind. Das ist zwar technisch in hoher Präzision möglich, doch gilt es anzuerkennen, dass sich kein Zeitquant finden lässt, das sich an beliebigen Orten der Welt mit ideal-identischem Ausmaß herstellen und damit natürlicherweise als „Urdauer“ verwenden ließe.

Mit ideal-identischem Ausmaß ist gemeint, dass die fraglichen Zeitquanten nicht nur im Rahmen einer gegebenen Toleranz als identisch angesehen werden dürfen, sondern tatsächlich toleranzlos identisch sind. Diese Nichtidealität des Referenzobjektes haben Länge, Zeit und Impuls gemeinsam und das trennt sie von Mengengrößen wie dem Stoff, der elektrischen Ladung, dem Drehimpuls und dem Licht, für die sich jeweils Quanten darstellen lassen, die miteinander identisch sind, weil sie sich miteinander (in gewissen Grenzen) restlos umwandeln (bzw. vernichten) lassen.

Aus diesem Grund muss das Ausmaß der Einheit der Dauer vereinbart werden. Dies geschah ursprünglich mit einem Unikat, nämlich dem System „Erde-Sonne“ (bzw. was die längerperiodischen Einheiten anging auch mit dem System „Erde-Mond“): „Die Sonnensekunde ist der 86.400te Teil eines Mittleren Sonnentags“.

Nachdem sich herausstellte (erstmals 1938 an der PTR von Adolf Scheibe und Udo Adelsberger nachgewiesen), dass die Erdrotationsgeschwindigkeit und damit auch der Mittlere Sonnentag nicht konstant sei, wurde die Ephemeridensekunde als Einheit eingeführt, welche aus Bewegungen der Planten vor dem Fixsternhimmel abgeleitet wurde und damit von den Fluktuationen der Erdrotation abgekoppelt war.

Mit der zunehmenden Perfektion der Atomuhren wurde schließlich 1967 die Atomsekunde als „das 9.192.631.770-fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustandes von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung“ eingeführt.