Ortszeit und Weltzeit

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Solange Zeiteinheiten aus unterschiedlichen Himmelskonstallationen abgeleitet werden und eine bestimmte Himmelskonstellation als Nullpunkt der Zeitachse definiert ist, ergeben sich im allgemeinen ortsabhängige Zeitangaben. Diese können grundsätzlich unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Längen- und Breitengrade ineinander umgerechnet werden.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Sonnenuhren benötigt, um den ungenauen mechanischen Uhren einmal täglich zur Mittagszeit eine Synchronisierungsmöglichkeit zu bieten. Als Strecken mit der Eisenbahn so schnell zurückgelegt werden konnten, dass Zeitangaben aus Gründen der Eindeutigkeit auf die Mittlere Ortszeit des Heimatbahnhofs der Eisenbahnlinie bezogen werden mussten, hatten Reisende ihre Taschenuhr regelmäßig der Ortszeit anzupassen. Eine allgemeine Umstellung von der Ortszeit auf die gesetzliche Zonenzeit fand in Deutschland gegen Ende des 19. Jahrhunderts statt.

Der Anlass, weltweit gesetzliche Zeitzonen einzurichten, ergab sich endgültig, als der nordamerikanische Kontinent auch in Ost-West-Richtung von einem Eisenbahnnetz überzogen wurde und es die Telegraphie möglich machte, Zeitzeichen von zentraler Stelle aus zu versenden. Ganz entsprechend synchronisieren sich heutzutage „Funkuhren“ an Zeitzeichen zentraler Zeitgeber mit den verfügbaren genauesten Uhren.

Die heute gültige Weltzeit wurde 1972 als „Coordinated Universal Time“ (UTC) eingeführt und wird seitdem vom Internationalen Büro für Maß und Gewicht (BIPM) unter Auswertung verschiedener national erzeugter Zeitsignale mit der SI-Einheit „Sekunde“ verwaltet. Sie ist auf die Ortszeit in Greenwich abgestimmt und wird für die restlichen 23 Zeitzonen der Erde durch Addition bzw. Subtraktion von bis zu 12 ganzen Stunden umgerechnet.

Der Takt der UTC folgt grundsätzlich dem Takt der Internationalen Atomzeit (TAI), welche auf einem atomaren Zeitnormal basiert, nämlich der SI-Sekunde. Die erforderliche Abstimmung mit dem Sonnentag bzw. mit der wahren Sonnenzeit erfolgt mittels Schaltsekunden.