Ganggenauigkeit

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Das Ringen um eine verbindliche Zeiteinheit wird von dem gesellschaftlichen Bedürfnis bestimmt, Abläufe koordinieren zu können. Die Schriften Karl Mays huldigten den Einheiten „Sonne“, „Mond“ und „von Zenit zu Zenit“ zu einer Zeit, als die zeitliche Verständigung im Abendland nicht mehr auf einer direkten Beobachtung von Himmelsabläufen beruhte, sondern sich aus mechanischen Kopien ergab, die den Vergleich ungleich kleinerer Einheiten erlaubte.

Während handgestoppte Zeiten bei Laufwettbewerben bis in die siebziger Jahre hinein höchstens auf die zehntel Sekunde genau sein konnten, werden hier selbst modernster horologischer Messtechnik nichts Genaueres als eine hunderstel Sekunde abverlangt.

Die Unruhe eines mechanischen Schnellschwinger-Kalibers erzeugt etwa 100 Bewegungen pro Sekunden, während ein typischer Uhrenquarz das ca. 328-fache dessen bei einer Abweichung von bestenfalls 1 Sekunde pro Monat an den Tag legt. Mobile Atomuhren, z.B. für GPS-Satelliten, takten im Giga-Hertz-Bereich und erreichen eine Ganggenauigkeit von einer Sekunde in 10.000 Jahren. Die genaueste primäre Atomuhr der PTB, der Caesium-Fontäne CSF1, hat eine Ganggenauigkeit von einer Sekunde in 30.000.000 Jahren.