3. Mechanische Größen

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Die klassische Mechanik bildete lange Zeit die Königsdisziplin der Physik. Ihr Anspruch, alle grundlegenden Naturphänomene erklären zu können, kulminierte in der Vorstellung, dass die Welt aus ponderablen (wägbaren) und über Zentralkräfte miteinander wechselwirkenden Atomen bestünde. Lag die Substanz der Atome in ihrer Masse (was angesichts ihrer chemischen Wandelbarkeit nicht stimmen kann) und entfaltete sich ihre Geschichte naturgesetzlich in Raum und Zeit, dann bildeten Länge, Masse und Zeit das naturgemäße, ja: das einzig relevante Größensystem der Physik.

Tatsächlich ließ sich mit den drei mechanischen Größen sogar die Definition aller elektromagnetischen Größen bewerkstelligen. Selbst die zentrale dem Elektromagnetismus entwachsende Naturkonstante, die Lichtgeschwindigkeit, leitet sich aus mechanischen Größen ab.

Obwohl die Energie eines Zustandes nur mit mechanischen Größen gemessen werden kann und obwohl Energie sich in bestimmten Konstellationen auch als Erhaltungsgröße zeigt, lässt sich innerhalb der Mechanik prinzipiell kein Energieprinzip aufstellen. Dazu fehlen ihr all die anderen Größen, die an dem Spiel von Austausch und Umwandlung ebenfalls beteiligt sein können.

Dieser Herausforderung stellt sich die Wärmelehre. Dazu muss sie die Kategorien mechanischen Verständnisses aufgeben und stattdessen Kategorien zuständlicher universeller Betrachtung entwickeln.