Interpretation

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Physikalisch bedeutet die partielle Ableitung der Energie nach der Entropie, dass das thermische Potential eine Änderung im Entropie-Inventar mit demjenigen energetischen Pensum ins Verhältnis setzt, das entstünde, wenn alles sonstige Inventar unverändert bliebe.

Dieses zahlenmäßige Verhältnis lässt sich nicht ohne weiteres aus beliebigen Zustandsunterschieden erschließen, da sich dabei im allgemeinen all diejenigen extensiven Größen ändern müssen, die keine Erhaltungsgrößen sind, also insbesondere die Stoffmenge. Die freihändige Interpretation des thermischen Pensums als peripher anfallenden Wärmestrom macht ihn letztlich zum thermischen Pensum eines reinen Entropie-Reservoirs, weil hier definitiv nur thermische Pensa anfallen können.

Das thermische Potential kann gleichwohl sinnvoll interpretiert werden, wenn zwischen zwei Systemen ein Fließgleichgewicht der Entropie besteht, so dass sich Entropie-Fluktuationen wechselseitig aufheben, während alle anderen extensiven Größen konstant sind, egal ob sie Erhaltungsgrößen sind oder nicht:

Die thermischen Potentiale zweier Systeme, deren Entropie im Fließgleichgewicht steht, müssen gleich sein, da anderenfalls eine Entropiefluktuation (Portion, die das eine System verlässt, um in das andere überzutreten und umgekeht) mit einer Erzeugung bzw. mit einer Vernichtung von Energie verbunden wäre.

Die Situation verkompliziert sich allerdings, wenn die Entropiefluktuationen konkret nur im Mittel mit derselben Energie auftreten würden.