Isotherme Entropie-Reservoire

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An sich wäre zu erwarten, dass an einem mit Entropie bestromten Reservoir zugunsten isothermer Verhältnisse – wie an der carnotschen Maschine ja auch – neben Wärme noch weitere Pensa (Volumenarbeit, chemische Arbeit etc.) zu bilanzieren sind. Dies wird beim carnotschen Kreisprozess jedoch vom Ansatz her ausgeschlossen, da an jedem dieser Reservoire jeweils nur ein thermisches Pensum anfallen soll. Dies ist eine bemerkenswerte Voraussetzung, da Entropie ein effektives Agens für die Umwandlung anderer Mengen ist, was grundsätzlich mit entsprechenden Pensa verbunden sein muss.

Aus demselben Grund darf Entropie in dem fraglichen Reservoir auch nicht quellen (also nicht erzeugt oder vernichtet werden), da sich anderenfalls im allgemeinen auch die Mengen weiterer Sorten oder zumindest die Zusammensetzung ihrer Komponenten ändern müssten, infolgedessen weitere mitzubilanzierende Pensa entstehen würden.

In Unkenntnis der Substanz von Entropie sind die Antworten auf folgende Fragen völlig offen:

Lassen sich Systeme so mit Entropie bestromen, dass sie sowohl ihr thermisches Gleichgewicht mit einem stationären System als auch das Ausmaß ihres sonstigen Inventars bewahren?
Lassen sich Systeme präparieren, die nur Entropie enthalten, und wie sind sie mit Entropie zu bestromen, dass ein thermisches Gleichgewicht mit einem stationären System gewahrt bleibt?

Das Modell eines carnotschen Thermometers ist nutzlos, wenn nicht wenigstens eine der beiden Fragen bejaht werden kann. Auch um an diese offenen Fragen zu erinnern, werden doe in Frage stehenden Reservoire als „Entropie-Reservoire“ oder sogar – in Anlehnung an körperhafte „reine Impuls-Reservoire“ – als „reine Entropie-Reservoire“ bezeichnet.