Kritische Annahmen

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Unabhängig davon, ob sich die Elementarannahme bewahrheiten ließe, müssen zugunsten der Einsetzbarkeit eines carnotschen Thermometers folgende Voraussetzungen, die bei der Übersetzung des thermischen Wirkungsgrades eines carnotschen Kreisprozesses in die Konstitutionsgleichung der Termodynamischen Temperatur weitgehend unreflektiert eingeflossen sind, ebenso gültig sein:

Es müssen Systeme möglich sein, deren Entropieinventar sich ändern kann, während nicht nur seine Temperatur (Isothermie als Randbedingung) sondern auch sein komplettes eventuell vorhandenes nicht-entropisches Inventar (Stoff, Ladung etc.) bewahrt bleibt.
Das Pensum, das mit der isothermen Änderung des Entropieinventars eines Wärme-Reservoirs verbunden ist, muss sich messen oder berechnen lassen.
Die Rückführung des Verhältnisses zweier thermischer Pensa auf das Verhältnis ihrer Thermodynamischen Temperaturen verlangt aus „einheitenhygienischen“ Gründen, dass die Menge der bei einem carnotschen Kreisprozess verschobenen Entropie invariant ist.

Diese Voraussetzungen sind entweder unerfüllbar oder nicht begründbar, weshalb der Anspruch, die Thermodynamische Temperatur als ein Universelles thermisches Potential betrachten zu dürfen, völlig unabhängig von der Frage fallen gelassen werden muss, ob die Elementarannahme nun richtig ist oder nicht.