Scheinevidenz

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Im herkömmlichen Beweisgang zugunsten des „Zweiten Hauptsatzes“ wird nach einem Widerspruch zwischen seiner Umkehrung und einem Satz gesucht, der diesmal so evident sein soll, dass man diesen nun nicht mehr beweisen muss. Diese weithin anerkannte „Elementargewissheit“ lautet:

Wärme fließt von allein stets von einem wärmeren zu einem kälteren Reservoir.

Eine logische Umkehrung des „Zweiten Hauptsatzes“ würde die Konstruktion einer zyklisch arbeitenden Maschine, deren einzige Wirkung darin besteht, ein Wärme-Reservoir abzukühlen und ein anderes zu erwärmen, nicht mehr verbieten, sondern sie vielmehr erlauben. Dies wird gemeinhin als der gesuchte Widerspruch verstanden, womit sich der „Zweite Hauptsatz“ als wahr erwiesen hätte und man nunmehr daran gehen könnte, auch die Elementarnnahme zu beweisen.

Da dieser Widerspruch so offensichtlich zu sein scheint und weil die „Elementargewissheit“ selbst ihren Namen völlig zu Recht trägt, ist auch der „Zweite Hauptsatz“ von der Aura einer über jeden Zweifel erhabenen Wahrheit umgeben.

Tatsächlich handelt es sich nur um einen Scheinwiderspruch, der den durch Vergleich „reversibler“ (kompensationsfrei umkehrbarer) und natürlicher (kompensationsfrei nicht umkehrbarer) Prozesse heraufbeschworenen Antagonismus bisher allerdings erfolgreich überdecken konnte.