„Zweiter Hauptsatz“

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Wenige Fettnäpfchen erreichen die monumentale Größe wie jenes, in das zu tapsen droht, wer eine Kritik des „Zweiten Hauptsatzes“ für nötig erachtet. Arthur Eddington hat die Blamage, die jedem Kritiker drohen würde, folgendermaßen skizziert:

„Wenn jemand Sie darauf hinweist, daß die von Ihnen bevorzugte Theorie des Universums den Maxwellschen Gleichungen widerspricht, – nun, so können Sie sagen, um so schlimmer für die Maxwellschen Gleichungen. Wenn es sich herausstellt, daß sie mit der Beobachtung nicht vereinbar ist, – gut, auch Experimentalphysiker pfuschen manchmal. Aber wenn Ihre Theorie gegen den Zweiten Hauptsatz verstößt, dann ist alle Hoffnung vergebens. Dann bleibt ihr nichts mehr übrig, als in tiefster Demut in der Versenkung zu verschwinden“ [Coveney/Highfield 1992, 198].

Dieses Anathema wird die hier folgende Analyse des „Zweiten Hauptsatzes“ nicht mehr in seiner vollen Härte treffen können, da sich bereits einige unverzichtbare Voraussetzungen für die Ableitung der Thermodynamischen Temperatur bzw. der Entropie als nicht tragfähig herausgestellt haben und der berechtigte Verdacht besteht, dass es bei der Grundlegung der Wärmelehre „Pfusch am Bau“ gegeben haben könnte.

Der „Zweite Hauptsatz“ ist nun genausowenig evident wie die Elementarnahme, die aus ihm abgeleitet werden soll. Deshalb muss begründet werden, warum der „Zweite Hauptsatz“ wahr sein soll. Auch wenn die „Folterwerkzeuge gezeigt“ werden sollten: Die Begründung, warum der „Zweite Hauptsatz“ eine wahre Aussage sein soll, hält einer Kritik nicht stand: Sie ist mit einem Antagonismus verbunden, der es unmöglich macht, den „Zweiten Hauptsatz“ logisch zugunsten des benötigten Beweises einzusetzen.

Der „Zweite Hauptsatz“ kann die ihm auferlegte Last – wahr zu sein, damit die Umkehrung der Elementarannahme in einen logischen Widerspruch mit ihm verwickelt werden kann – nicht schultern. Eine universellen Charakter der Thermodynamischen Temperatur hat es also nie gegeben.