Kompensationsfrei temperierbar?

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Mir ist keine Lehrbuch-Variante dieses Beweisgangs bekannt, die berücksichtigt bzw. problematisiert, dass die insgesamt acht beteiligten Impuls-Reservoire am Ende des gemeinsam geführten Kreisprozesses zwar dieselbe Gesamtenergie haben wie zu Beginn, dass sie jedoch einzeln ein verändertes Impuls-Inventar aufweisen und die Frage geklärt werden muss, ob die Ausgangssituation der Impuls-Inventare kompensationsfrei wiederhergestellt werden kann, da anderenfalls gar kein Perpetuum mobile 2. Art vorliegen würde.

Abbildung (6.2) enthält beide Entropie-Reservoire, weswegen die Feststellung möglich zu werden scheint, dass „ein Wärme-Reservoir abgekühlt und ein anderes, demgegenüber wärmeres Wärme-Reservoir erwärmt wurde“. Verwunderungen über die Verwendung von Begriffen wie „Erwärmen“ und „Abkühlen“ im Zusammenhang mit isothermen Zustandsänderungen sind nie aufgekeimt, weswegen auch unbemerkt blieb, dass sich diese isothermen Zustandsänderungen der Entropie-Reservoire nur messen lassen, wenn sie auf Änderungen ihres Entropie-Inventare zurückgeführt werden, wobei man sich in solch einem Falle weitere Mühen des Beweisgangs ersparen könnte.

Dagegen differenziert Abbildung (6.2) die Impuls-Reservoire nicht aus, sondern belässt es bei der Randbedingung, dass sich die Summe ihrer Pensa zu Null addieren (was so natürlich auch für die Entropie-Reservoire gilt). Selbst wenn es legitim wäre, impulsbehaftetete Körper mit Ruhemasse (anders als vielleicht impulsbehaftetete Teilchen ohne Ruhemasse) energetisch als ngleich wertvoll zu betrachten, so verlangt der „Zweite Hauptsatz“ – um überhaupt in Widerspruch zur Elementargewissheit geraten zu können – die Verschiebung der Wärme ohne Zustandsänderungen in der Peripherie, was nunmehr eine kompensationsfreie Rückverteilung der Impulsmengen verlangte. Doch wie soll man eine Impulsverteilung, die einem in die eine Richtung die Umverteilung von Entropie beschert hat, unter Beibehaltung der so erlangten Verhältnisse (reversibel) rückgängig machen?