Entropie- als Wärme-Reservoire

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Die in ihrer Gestalt essentielle Energiebilanz (6.5) eines carnotschen Kreisprozesses bezieht sich auf Volumenarbeit, die an der Peripherie geleistet wird, und auf Wärme, die in der Peripherie anfällt.

Die Volumenarbeit errechnet sich aus der Änderung des Impulses eines Körpers, mithin aus der Inventaränderung eines reinen Impuls-Reservoirs. Deshalb handelt es sich bei dem Inventar des Körpers nicht um Arbeit, sondern um den Impuls als eine direkt messbare extensive Größe.

Konsequenterweise sollte deshalb auch nicht wie üblich von Wärme-Reservoiren gesprochen werden, sondern von Entropie-Reservoiren, deren Inventaränderung dann mit einem Pensum an „Wärme“ verbunden ist. Dieser Sprachgebrauch wäre selbstverständlich, stünde die Entropie wie der Impuls im Rang einer direkt messbaren extensiven Größe.

In der üblichen Betrachtungsweise leitet sich die Entropie erst infolge der Auswertung der Energiebilanz eines carnotschen Kreisprozesses ab, weshalb auch nur von Wärme bzw. Wärme-Reservoiren die Rede ist. Im Rahmen der gibbsschen Fundamentalform, die alle beteiligten Substanzen berücksichtigen muss, damit die Energie als totales Differential erscheinen kann, ergibt sich die Existenz der Entropie dagegen ad hoc. Wäre sie augenscheinlich wie der Stoff, dann wäre ihre Messung der natürliche Ausgangspunkt einer Untersuchung, wie Entropie mit Stoff und Impuls zusammenhängt.