Konventionelles Verständnis

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Das konventionelle Verständnis intensiver Größen beruht gewöhnlich auf der Vorstellung, dass diese an einem System konstant bleiben, wenn das System extendiert wird:

Eine intensive Größe ist eine Zustandsgröße, die sich bei unterschiedlicher Größe des betrachteten Systems nicht ändert. Man unterscheidet hierbei systemeigene intensive Größen, wie beispielsweise Temperatur und Druck, und stoffeigene intensive Größen, wie alle molaren und spezifischen Größen reiner Stoffe [Quelle: Wikipedia].

Diese Definition kann nicht ins Ziel tragen, da ja beliebige Relationen der einbezogenen Mengen – insbesondere wenn die extensiven Größen eines Systems, das Reinstoff enthält, auf die Stoffmenge oder die Masse bezogen werden – konstant bleiben, wenn unterschiedliche Elemente derselben Isorationalen betrachtet werden. Damit wiederholte man letztlich nur die Definition extensiver Größen. (Anmerkung: Die Masse ist streng genommen keine extensive Größe, da sich das Quellgleichgewicht der weiterhin beteiligten Mengen durch die Extension eines massebehafteten Systems letzten Endes verschieben wird.)

Dass die sog. „systemeigenen“ (also keinem speziellen Inventar zugeordneten) intensiven Größen für alle Elemente einer Isorationale unveränderlich sind, ist kein Wesenszug intensiver Größen, sondern beruht auf der Eigenschaft der Energie, proportional zu den enthaltenen Mengen zu extendieren, mithin als homogene Funktion ersten Grades aufzutreten.

Indem lediglich Elemente einer Isorationalen betrachtet werden, um intensive gegen extensive Größen abzugrenzen, bleibt das Wesen intensiver Größen zwangsläufig unscharf. Dies hat mit dazu beigetragen hat, empirisch gefundene Temperaturfunktionen einerseits und thermische Potentiale andererseits nicht sauber genug zu trennen. Dies gelingt erst, wenn Systeme betrachtet werden, die unterschiedlichen Isorationalen angehören, und im Falle eines mengenspezifischen Fließgleichgewichtes denselben Wert der energiekonjugierten intensiven Größe aufweisen müssen.