Strom und Pensum

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Die Interpretation der chemischen Arbeit als Arbeit an einer auszutauschenden Stoffmenge beruht auf einer dynamisch geprägten Sicht auf Systeme und „Prozesse“ der Wärmelehre, die affin zu folgendem Missverständnis ist:

Die Differentiale der Mengengrößen in der gibbsschen Fundamentalform spiegelten das wieder, was das System austauscht.

Diese Auffassung ist nur dann richtig, wenn es sich dabei um Erhaltungsgrößen handelt. Macht man also thermische Pensa zu Wärmeströmen, dann erzwingt man die Erhaltungseigenschaft der Entropie und macht sie zu einem homogenen gestaltlosen Etwas.

Quillt der Stoff eines System, wenn es Stoff mit der Umgebung austauscht, dann stimmen strömende Menge (als „Agent“ der Zustandsänderung) und Inventarunterschied, auf den sich das Differential der Stoffmenge in der gibbsschen Fundamentalform tatsächlich bezieht, nicht mehr miteinander überein. Im allgemeinen Fall trägt deshalb nur die folgende Auffassung:

Die Differentiale der Mengengrößen in der gibbsschen Fundamentalform spiegeln die Inventarunterschiede eines (bestrombaren) Systems wieder.

Die Begriffe sowohl des Strömens und des Quellens dienen lediglich der Interpretation von Inventarunterschieden und dem Verständnis, wie die Inventarunterschiede mehrerer Systeme miteinander verbunden sind. Innerhalb der zeitlosen Wärmelehre kann ein Strom oder eine Produktions- bzw. Vernichtungsrate als physikalische Größe nicht entstehen. Erst in der Thermodynamik werden daraus physikalische Größen, die die Transportgleichungen der einzelnen Mengen bestimmen.