Arbeit

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Gerne wird das Differential µ·dn in der gibbsschen Fundamentalform als diejenige Arbeit bezeichnet, die zum Hinzufügen bzw. Entfernen einer Stoffmenge dn erforderlich ist [Brandes 2011, 20]. Dies gilt vorderhand allerdings nicht für chemische, sondern vielmehr für elektrochemische Arbeit, d.h. wenn elektrisch geladene Stoffquanten beim Austausch in einem elektrischen Feld verschoben werden müssen.

Eine „chemische Arbeit” bzw. ein „chemisches Pensum“ entsteht insbesondere immer dann, wenn sich die Stoffkomponenten eines Systems in (mindestens) einem chemischen Umwandlungsgleichgewicht befinden. Verschiebt sich dieses Gleichgwicht, dann muss sich die Stoffmenge ändern, weil die Anzahl assoziierter und dissoziierter Stoffquanten im allgemeinen nicht erhalten bleibt.

Hier kommt zum Tragen, dass chemische Komponenten stets in dieselbe Stoffmenge „einzahlen“, weil beliebige Atome und Moleküle dieselbe Stoffelementarmenge repräsentieren. Dasselbe gilt, wenn mehrere voneinander unabhängige chemische Gleichgewichte im System bestehen, was mit der bekannten Summenbildung über mehrere chemische Pensa in der gibbsschen Fundamentalform zum Ausdruck kommt

Die chemische Arbeit wird üblicherweise ermittelt, indem die Summe der molaren Enthalpien der Produkte und Edukte einer chemischen Reaktion mit den messbaren Pensa verrechnet wird, die in der Systemumgebung entstehen (in der Regel ein thermisches Pensum, das sich mittels eines mechanischen Wärmeäquivalents bestimmen lässt), wobei es sich bei der molaren Enthalpie definitionsgemäß um das chemische Potential selbst handelt. Der für die Entropie eingeschlagene Weg, ihr Potential über eine Temperaturfunktion zu gewinnen, stellt im Zusammenhang mit der Stoffmenge keine Verlockung dar, da sich das chemische Potential über lückenlos messbare Stoffkomponentenmengen und Pensa konstruieren lässt.