Chemisches Potential

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Das chemische Potential eines Systems besteht in der partiellen Ableitung einer systemkonstituierenden Zustandsfunktion E(n,…) nach der Stoffmenge n. Die Einheit des chemischen Potentials ist deshalb die molare Energie, „Joule/Mol“. Dies war aus zwei Gründen nie strittig:

Es gibt keine chemischen Thermometer, deren Temperaturfunktion mit eigener Einheit den Platz eines allgemeingültigen chemischen Potentials hätte beanspruchen können.
Der Stoffmenge ist definiert und am Zustand messbar.

Wegen der Augenscheinlichkeit des Stoffs wird das chemische Potential zum Archetyp einer intensiven Größe, da es einer lupenrein definierten extensiven Größe zugeordnet werden kann. Das elementare Interesse an Systemen, die nur ausgewählte Stoffkomponenten enthalten, macht es unmöglich, chemische Gleichgewichte genauso brachial herzustellen wie thermische Gleichgewichte, nämlich durch Stoffaustausch.

Mehr noch als für die Existenz und damit für die Verschiebbarkeit eines einzelnen chemischen Gleichgewichts – entsprechend dem Ansatz E(n, …) – interessiert sich die Chemie für die Koexistenz chemisch gehemmter Stoffkomponenten – entsprechend dem Ansatz E(ni, …) –, sofern diese Hemmung aufhebbar ist, um damit bestimmte chemische Reaktionen gezielt hervorrufen zu können. Dieses Interesse geht soweit, eine anfängliche Hemmung zwischen den Edukten wenigstens für denkmöglich zu halten, um separate chemische Potentiale der Edukte ansetzen zu können.