Anwendung auf Gase

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„Wärmestoff“ – egal ob als Calorique, Phlogiston oder als Entropie – blieb solange gesichtslos, bis ihm die Gastemperatur als energiekonjugiertes Potential zur Seite gestellt wurde. Damit war zwar sein Ausmaß (bzw. gewisse Unterschiede) bestimmt, doch zugleich wurde ihm das Attribut „Wärme“ entzogen, denn besagtes Potential ist nicht thermischer sondern chemischer Natur.

Als Stoff kann Entropie jedoch kein Bestandteil des eigentlich zu beschreibenden Systems sein. Vielmehr muss es einem virtuellen Stoff-Reservoir aus dessen Peripherie zugeschlagen werden, so dass nicht nur die Volumenarbeit (mechanisches Pensum) sondern am Ende auch der Wärmestrom (thermisches Pensum) an peripheren „monochromatischen“ Reservoiren abgrechnet werden.

Für diesen Notbehelf gäbe es keinen Grund, wäre die Stoffmenge selbst signifikant zustandsabhängig. Dann ließe sich die Energiebilanz – wie beim reinen Lichtgas, dessen thermisches Pensum sich aus der Änderung der enthaltenen Substanz „Licht“ ergibt – durch ein chemisches Pensum vervollständigen. In diesem Falle herrschte völlige Symmetrie zwischen Licht- und Stoffgas. Da Stoff ohne Licht nicht veränderlich ist, wird es eine veränderliche Stoffmenge ohne thermisches Pensum nicht geben können.

Ein System im gasförmigen Zustand liegt demnach grundsätzlich als Gemisch von Stoff und Licht vor und soll hier als „Generelles Gas“ bezeichnet werden. Es grenzt sich gegen das Reale Gas durch Berücksichtigung sowohl eines thermischen als auch eines chemischen Pensums ab, die am System selbst abgerechnet werden, während die Stoffmenge eines Realen Gases als invariant angesetzt und sein thermisches Pensum (wie beim Idealen Gas) an einem peripheren fiktiven Stoff-Reservoir abgerechnet wird.

Das Generelle Gas enthält das Lichtgas, nicht aber das Ideale Gas als Grenzfall, da bei diesem das chemische Pensum entfällt und kein systemeigenes Pensum mehr zur Verfügung steht, um die Gleichung (6.10) erfüllen zu können. Dies ist auf der einen Seite unbefriedigend, auf der anderen Seite zeigt es, dass ein System, das nur aus Körpern besteht, die untereinander nicht wechselwirken, kein genuines Objekt der Wärmelehre sondern eines der Mechanik ist.