Intensiv

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Gewöhnlich gilt eine Größe als intensiv, wenn sie bei der Extension eines Systems ihren Wert behält. Darunter würden dann auch sämtliche Verhältnisse extensiver Größen fallen, da sich extensive Größen unter Extension definitionsgemäß in konstanten Verhältnissen zueinander verändern. Da solchen unmittelbaren Verhältnissen keine zusätzliche physikalische Bedeutung innewohnt, ist diese Definition offenbar nicht scharf genug.

Die notwendige Verschärfung erwächst aus gewissen Randbedingungen, unter denen eine extensive Größe auf eine andere extensive Größen bezogen wird. Diese fallen insbesondere bei den partiellen Ableitungen der Energie eines Systems nach seinen extensiven Größen an:

Es wird jeweils diejenige Energiemenge mit einer Mengenänderung ins Verhältnis gesetzt, die als Pensum entstünde, wenn das sonstige Inventar unverändert bliebe und somit keine weiteren Pensa anfielen.

Bei diesen partiellen Ableitungen handelt es sich demnach um Zustandsfunktionen, die auch als energiekonjugierte intensive Größe bzw. als energiekonjugierte Potentiale bezeichnet werden können. Mit ihnen ist eine Eigenschaft von zentraler physikalischer Bedeutung verbunden:

Herrscht zwischen zwei Systemen ein Fließgleichgewicht in einer extensiven Größe, dann sind ihre energiekonjugierten Potentiale gleich.

Wären sie es nämlich nicht, dann wäre ein Fließgleichgewicht mit dem einseitigen Transfer von Energie verbunden, denn Entnahme bzw. Zugabe derselben Portion wäre mit unterschiedlichen Energieänderungen verbunden.

Intensive Zustandsfunktionen müssen also entweder aus der Energiefunktion abgeleitet oder mittels Messung bzw. Bestimmung entsprechender Pensa und Inventaränderungen gewonnen werden. Größenwerte der „Thermodynamischen Temperatur“ sollen sich theoretisch allerdings aus der Anzeige eines Gerätes ergeben, dessen praktische Unbrauchbarkeit weitgehend übersehen ließ, dass seine Anzeigewerte mittels einschränkender, ungewisser und unsinniger Annahmen berechnet würden. Praktisch werden ihre Größenwerte beispielsweise mit Gasthermometern bestimmt, deren Skala an die Steigung der Celsius-Skala angepasst wurde.