Proportionsgesetze

  Vorangehende Seite Nächste Seite Für die Druckfunktion wird JavaScript benötigt!  

Die Essenz chemischer Umwandlung ergab sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus zwei Proportionsgesetzen:

Gesetz der konstanten Proportionen: Die Elemente einer bestimmten chemischen Verbindung liegen stets im gleichen Massenverhältnis vor.
Gesetz der multiplen Proportionen: Die Massenanteile eines Satzes von Elementen stehen in allen chemischen Verbindungen, die sie gemeinsam eingehen können, in einem Verhältnis kleiner ganzer Zahlen.

Beide Gesetze zusammen erlaubten die Vorstellung, dass eine bestimmte Menge eines Elementes sich chemisch vollständig mit einer bestimmten Menge eines anderen Elementes in eine spezifische Substanz umwandeln ließ und führte zur Definition einer Stoffmenge, die sich an der Verbindung einwertiger Elemente orientierte und Massenangaben solcher Elemente machen konnte, die sich jeweils vollständig miteinander umwandeln konnten.

Da sich dieselben Elemente in unterschiedliche Verbindungen mit unterschiedlichen Masseanteilen treiben ließen, war eine physikalische Definition der Stoffmenge nicht möglich. In Ermangelung einer universellen Referenzstoffmenge vereinbarte man die Masse eines bestimmten Elementes – nämlich 1 Gramm Wasserstoff – als Bezugsstoffmenge und behalf sich mit der Einheit Val für diejenige Menge eines Stoffes, die ein Mol Wasserstoff zu binden oder in Verbindungen zu ersetzen vermag.

Erst mit dem endgültigen Einzug atomistischer Theorien in die Physik war es möglich, eine von Atomen und Molekülen repräsentierte universelle Referenzstoffmenge zu definieren.