Massenerhaltung

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Bei der Kernspaltung zur Energiegewinnung wird ausgenutzt, dass die Summe der Kernmassen des Ausgangsmaterials größer ist als die Summe der Massen der atomaren „Asche“. Dieser „Massendefekt“ geht mit Strahlung einher, die sich technisch zum Verdampfen von Wasser und damit zum Antreiben einer Turbine nutzen lässt.

Derselbe Massendefekt tritt bei jeder Änderung des Anregungszustandes eines Atoms oder Moleküls und damit letztlich auch bei jeder chemischen Reaktion auf, doch haben normalerweise weder die Massenänderung noch die freigewordenen bzw. gebundenen Strahlungsmengen spürbaren Einfluss. Aus diesem Grund geht die Chemie uneingeschränkt davon aus, dass die Masse der Edukte und die Masse der Produkte einer chemischen Reaktion identisch sind. Mit diesem Erhaltungssatz lässt sich beispielsweise ein analytisch nicht aufspürbarer Reaktand näher eingrenzen.

Gleichwohl wurde die Definition des Mol 1980 dahingehend spezifiziert, dass sich die 12C-Atome der Referenzstoffmenge „im ungebundenen Zustand, in Ruhe und im Grundzustand“ befinden sollen. Das hängt damit zusammen, dass die Quantennormaldichte des Stoffs bzw. die avogadrosche Konstante seinerzeit durch Vergleich der Masse von 12 Gramm 12C-Kohlenstoff und einem 12C-Atom bestimmt wurde, und sich bei entsprechender Genauigkeit der Massendefekt dann bemerkbar machen muss.