Divergenz von Potential und Temperatur

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Wird die Entropieelementarmenge gemäß Gleichung (5.27) direkt aus der stoffbezogen definierten boltzmannschen Konstante abgeleitet, dann fällt die Dimension des thermischen Potentials der Hohlraumstrahlung mit der Dimension der Thermodynamischen Temperatur zusammen. Doch es gibt mehrere Gründe, systematisch zwischen thermischem Potential einerseits und Thermodynamischer Temperatur andererseits zu unterscheiden:

Da die Entropie als direkt messbare Größe mit eigener Elementarmenge im Rang einer Basisgröße stehen muss, geht die Dimension des thermischen Potentials automatisch aus dem Verhältnis von Energie und Entropie hervor.
Eine über Gleichung (5.27) zwangsvermessene Entropie wäre mit einem völlig unpraktikablen Maß für das entsprechende Entropie-Normal verbunden.
Der Versuch, die Thermodynamische Temperatur als Universelles Thermisches Potential auszumachen, muss scheitern.

Dies führt zu folgender Differenzierung, die bei der Diskussion des thermischen Potentials im Kapitel über intensive Größe wieder aufgegriffen werden.

Das thermische Potential τ wird immer nachrangig entweder a) aus der partiellen Ableitung der bekannten Funktion E(S) oder analog zum chemischen Potential b) als Differenzenquotient eines Pensums und einer Entropieinventaränderung abgeleitet.
Die Thermodynamische Temperatur T ergibt sich aus den Temperaturfunktionen geeigneter Systeme.

Um die Thermodynamische Temperatur konsequent aus ihrer alten Rolle zu befreien, auch für Größenwerte thermischer Potentiale sorgen zu müssen, sollte sie dauerhaft einen historisch weniger belasteten Namen erhalten.