Indirekte Bestimmung

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Im Unterschied zu allen anderen Mengengrößen hat die Wärmelehre keinen Ansatz entwickelt, um die Entropie eines Systems direkt aus seinem Zustand zu bestimmen. Kennt man dagegen das thermische Potential des Systems, so lässt sich immerhin der Unterschied des Entropieinventars zweier Zustände bestimmen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Das thermische Potential muss für eine zusammenhängende Kette von Zuständen („reversibler Prozess“) zwischen den fraglichen beiden Zuständen bekannt sein.
Alle anderen Pensa des fraglichen Systems müssen darstellbar sein und sich zwischen den beiden Zuständen integrieren lassen.
Die Energien der beiden Zustände, deren Unterschiede betrachtet werden, müssen bekannt sein.

Fällt das thermische Pensum bei konstantem thermischem Potential (herkömmlich: isotherm) an, so ergibt sich die Entropiedifferenz direkt als Quotient aus thermischem Pensum (= Differenz zwischen Energieunterschied und Summe aller anderen Pensa) und thermischem Potential (herkömmlich: Gastemperatur). Anderenfalls müssen die Integrale auch ein parametrisiertes thermisches Potential berücksichtigen. „So einfach ist das“ heisst es dazu von anderer Seite [Schneider 102007, 28].

Ließe sich die Entropie direkt messen, dürfte das thermische Potential in den Rang einer unbekannten Zustandsfunktion zurückfallen, ohne die Wärmelehre damit vor unlösbare Probleme zu stellen.