Entropie

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Die Entropie ist im Rahmen der Wärmelehre bisher (oxymoronisch) eine substanzlose Menge. Konkretere Eigenschaften scheinen ihr erst im Rahmen der statistischen Physik zuzuwachsen:

Je größer die Entropie eines Systems, desto mehr Unordnung herrscht im System [Labuhn/Romberg 52011, 109].

Obwohl es sich dabei um eine äußerst laxe Interpretation der statistischen Definition der Entropie handelt – die weder Ordnung noch Unordnung, sondern lediglich die Anzahl zugänglicher Mikrozustände betrachtet – und obwohl „Unordnung“ bestimmt nicht als extensive Größe angesprochen werden kann, hat sich diese Vorstellung tief in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegraben.

Während die statistische Physik jedem Makrozustand einen Entropiewert als Produkt aus dem Logarithmus des zugänglichen Phasenraumvolumens und boltzmannscher Konstante zuordnet, vermag die Wärmelehre selbst lediglich Entropieunterschiede abzuleiten.

Die Dimension der Entropie ist „Energie / Thermodynamische Temperatur“, weil sie aus dem Verhältnis eines Pensums (Joule) und einer Temperatur (Kelvin) abgeleitet wird. Das Privileg der Entropie, als Mengengröße eine eigene Einheit und damit auch eigene Dimension stellen zu dürfen, wurde auf die Thermodynamische Temperatur übertragen, die es jedoch nicht wahrnehmen kann, weil das Normal, das sie begründen soll, also das „carnotsche Thermometer“, nicht über die dafür erforderlichen Eigenschaften verfügt.