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Die physikalische Größe „Länge“ hat paradigmatischen Charakter für die Definition extensiver Größen: Länge als physikalische Größe entsteht, indem die unbekannte Länge l eines Objektes mit der definierten Länge λ eines Referenzobjektes in ein dimensionsloses Verhältnis gesetzt wird, das mittels einer Vergleichsvorschrift, die eine Anzahl N hervorbringt, zu beziffern ist:

0501

5.1

In Analogie dazu basiert die Definition einer Basisgröße, die sich systematisch mit der Extension eines Systems ändert, auf folgender Konstellation:

1.Es existiert ein Referenzobjekt, vorzugsweise an jedem Ort und zu jeder Zeit reproduzierbar oder ersatzweise als Unikat
2.Es existiert eine Vorschrift, wie ein Objekt mit dem Referenzobjekt zu vergleichen ist und wie sich daraus eine dimensionslose Maßzahl ergibt.
3.Dabei muss sich jedes Objekt, unabängig von dem Ausmaß der zum Vergleich anstehenden Menge, mit dem Referenzobjekt vergleichen lassen.

Während von jedem physikalischen Objekt eine Länge erwartet wird, die größer Null ist, wird diesen grundsätzlich zugebilligt, nur in gewissen extensiven Größen eine Ausdehnung größer Null haben zu müssen. Beste Beispiele sind Licht- bzw. Stoffgas, die jeweils nur (impulsbehaftete) Lichtteilchen bzw. nur (impulsbehaftete) Stoffteilchen beinhalten sollen.

Bei beiden handelt es sich jedoch stets um nicht-ideale Grenzfälle: So enthält ein Lichtgas, dessen Zusammensetzung auf einem Gleichgewicht von Absorption und Emission beruht, immer auch Stoff, da der „maxwellsche Schwanz“ in der spektralen Impulsdichte dafür sorgt, dass ständig Stoffteilchen aus dem Gitterverband der Hohlraumwandung herausgeschlagen werden. Genauso kann die Wechselwirkung der Stoffteilchen des Idealen Gases nicht restlos unterbunden werden, weshalb stets auch Licht mitenthalten ist (von dem Strahlungsgleichgewicht der Gefäßwandung ganz abgesehen).

Die Definition intensiver Basisgrößen setzt nicht auf einem einzigen invarianten Referenzobjekt auf, sondern auf dem Wertebereich eines Temperometers.