Was ist Wärme?

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Wird das mechanische Pensum eines Systems grundsätzlich über ein externes Impuls-Reservoir abgerechnet, dann können sich isochore Änderungen im Impulsspektrum energetisch nicht mehr im mechanischen Pensum niederschlagen. Stattdessen gehen sie per Definition in das thermische Pensum ein.

Diese Form der Bilanzierung hat zu einem grundlegenden Missverständnis über den Charakter von Wärme geführt: „Was Wärme ist, weiss heute jeder fortgeschrittene Schüler. Aus Schulbüchern ist bekannt, daß sich die Teilchen (Atome, Moleküle) in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern andauernd und ungeordnet bewegen und daß diese Bewegung als Wärme aufgefasst wird. [Smorodinskij 2000, 1]“

Die Suggestivität dieser Vorstellung hat die eigentliche Bedeutung von „Wärme“, nämlich den Unterschied eines Entropieinventars als thermisches Pensum energetisch zu verrechnen, völlig in den Hintergrund gedrängt.

 

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Bild 4.4: Während mechanisches und thermisches Pensum rechnerisch wie anschaulich an der Peripherie des Systems abgerechnet werden, müssen chemisches und photonisches (genuines thermisches) Potential am System abgerechnet werden.