8. CGS-Einheiten

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Die „British Association“, die sich ausdrücklicher als die ehrwürdige „Royal Society“ zum Ziel gesetzt hatte, Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu tragen, empfahl das CGS-System 1874. Damit entsprach man den weltweiten Bedürfnissen der im Labor arbeitenden Wissenschaftler, die mit kleinen Mengen (Gramm) in kleinen räumlichen Dimensionen (Zentimeter) bei kurzer Dauer (Sekunde) arbeiteten.

15 Jahre später trat das „Internationale Büro für Maß und Gewicht“ mit dem MKS-Einheitensystem an die Öffentlichkeit, das auf den Basiseinheiten Meter, Kilogramm und Sekunde basiert und mehr den Bedürfnissen von Ingenieuren entgegenkam, die Systeme in einem größeren Rahmen betrachteten.

Diese Systeme koexistierten über viele Jahrzehnte, bis das MKS-Einheitensystem ab 1954 konsequent um wesentliche nicht-mechanische Größen – Ampere, Kelvin, Mol, Candela – erweitert wurde und damit das CGS-System, in das noch die Kalorie eingegangen war und für das verschiedene Ansätze entwickelt worden waren, elektrische Größen aus mechanischen abzuleiten bzw. diese in das CGS-System zu integrieren, nach und nach verdrängte.

Heute hat das CGS-System – samt der unverzichtbaren Tabellen, um auf die Einheiten der gemeinsamen Basisgrößen im MKS-System bzw. im SI samt aller abgeleiteten Größen umrechnen zu können – nur noch historische Bedeutung. Erst im Rahmen des SI wurden begonnen, die Einheiten der mechanischen Größen vom Referenzobjekt „Erde“ zu lösen und sie auf Naturkonstanten zu beziehen.

In Systemen „natürlicher Einheiten“ bekommen grundlegende Naturkonstanten die Maßeinheit 1 und werden zugleich dimensionslos gewählt. Im planckschen System, dem natürlichen Einheitensystem der Quantengravitation, die alle vier Elementarkräfte zu berücksichtigen hat, wird so primär mit Lichtgeschwindigkeit, Gravitationskonstante und Wirkungsquantum verfahren, wodurch sich zuallererst eine Beziehung zu den drei Einheiten des CGS- bzw. MKS-Systems ergibt.